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Veranstaltung zum Tag der Menschenrechte 2016

Menschenrechte und Abschiebungen - zwischen Macht und Ohnmacht

Die Veranstaltung im DGB-Haus war gut besucht. Viele ehrenamtlich Tätige aus der Flüchtlingsarbeit, aus verschiedenen Sozialdiensten und Vereinen, die Geflüchtete unterstützen kamen zur Veranstaltung, um sich zu informieren und Rat zu holen. Es wurde deutlich: das Klima in Bayern, Deutschland und der EU wird rauer und härter. Nicht nur die Grenzen werden mit immer mehr Militär und höheren Zäunen geschützt, sondern auch immer größer wird der Druck, die Menschen zurückzuschieben. Passend dazu die Nachricht, dass McKinsey von der Bundesregierung beauftragt wurde und einen knallharten Forderungskatalog erstellt halt - sehr gut bezahlt mit 1,8 Mio Euro. Zum Beispiel mit dem Rat, dass Geduldete noch weniger Geld bekommen sollen. 135 Euro im Monat ist in ihren Augen zuviel. Vermutlich ist  allein der Stundensatz bei McKinsey wesentlich höher - nach Spiegel online können 678 Beratertage für die 1,8 Mio. Euro in Rechnung gestellt werden. Bei einem 8-Stunden-Tag wären das dann 343 Euro pro Stunde.

Einführende Referate von Monika Steinhauser (Münchner Flüchtlingsrat) und Dieter Müller JS (Jesuiten-Flüchtlingsdienst) gaben zu Beginn einen Überblick zur aktuellen Situation zum Thema Abschiebung.
Anschließend wurden in 2 Workshops die rechtlichen Aspekte wie auch die psychologischen Fragen und Probleme bei Abschiebung bzw. Abschiebungsandrohung sowohl für betroffene Geflüchtete wie auch für Helferinnen und Helfer bearbeitet. Dafür haben wir Juliane Scheer, Rechtsanwältin, und Anni Kammerländer (ehemals bei Refugio) als Referentinnen gewonnen.
Moderation: Marianne Seiler
 

Wow! Das war ganz klasse selbst organisiert. Yasin und Mojtaba haben ein Seminar für junge Leute mit Fluchtgeschichte organisiert. Sie wissen, welche Informationen nötig sind, um sich gut zurechtzufinden und einen erfolgreichen Weg einzuschlagen.

Anna und Ruzbeh antworteten auf alle Fragen. Mojtaba berichtete von seinem eigenen Weg zu einer erfolgreichen Ausbildung.

 

 

Jasmin und Farzane hatten ein Wochenende für und mit jungen Frauen organisiert. Was die Jungs können, das können die jungen Frauen auch! Es war eine Menge zu bedenken und zu planen. Von der Unterkunft, über das Programm bis hin zu einer guten Gruppe.

Das letzte Wochenende in den Sommerferien war richtig heiss und sonnig. So konnten alle Themen unter freiem Himmel bearbeitet werden. Junge Frauen haben Interesse daran, auch mal ohne die Jungs sich mit der eigenen Situation auseinanderzusetzen. Danach war schwimmen im See und Boot fahren angesagt. Und auch tanzen und Spass bei Sport und Spiel kam nicht zu kurz.

Es braucht schon etwas Übung in der Selbstorganisation. Partizipation soll kein Fremdwort bleiben - Jasmin und Farzane haben es toll umgesetzt und ihre Erfahrungen gemacht.

 

Das Projekt "Global denken - lokal handeln: Gesellschaftliche und politische Beteiligung von jungen Flüchtlingen" hat zum vierten Mal mit dem Seminar vom 8. - 10. Juli 2016 in Zusammenarbeit mit der Vollmar-Akademie in Kochel begonnen. 21 Teilnehmer_innen aus drei Ländern haben mit großem Interesse teilgenommen. Der Bericht  kann bei heimaten e.V. angefordert werden.

 

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Hier der Kurzbericht zum Seminar im März 2016: Im Rahmen des bundesweiten Programms des Anna-Lindh-Netzwerk Deutschlands "Mittelmeer vor Ort - neue Nachbarschaften" hat das Seminar "Global denken - lokal handeln" stattgefunden.

https://alsdeutschland.wordpress.com

Bei dem dreitägigen Seminar, das in  Kooperation von heimaten e.V. und Georg-von-Vollmar-Akademie stattfand, fanden sich Menschen aus Syrien, Irak und Afghanistan in Kochel ein. Flüchtlinge sind die neuen Nachbarn - um diese Nachbarschaft gut zu gestalten, braucht es gemeinsame Erfahrungen und Handlungskompetenzen. Im Seminar wurden lokale Strukturen erfahrbar gemacht. Im Dialog mit der Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen wurden Chancen und Probleme vor Ort besprochen.

 

Dialog mit der Bürgermeisterin

 

Lokale Strukturen

Anna-Lindh-Netzwerk

 

Am Fusse der Zugspitze gab es ein interessantes Treffen von 30 jungen Leuten aus ganz Bayern und Vertretern der heimaten-Jugend. Welche Fragen haben die jungen Leute an Geflüchtete? "Woher kommt ihr? Wie war der Weg? Geht ihr wieder? Wie war das Leben in eurem Land?"  "Welche Erfahrungen habt ihr hier in Bayern gemacht?" "habt ihr schon Beleidigungen oder Angriffe erlebt?"

Mohamad aus Syrien und Mohammad aus Afghanistan berichten und stellen sich den Fragen

 

Es braucht etwas Zeit und Vertrauen, um in ein gemeinsames Gespräch zu kommen. Erschütternd, wie in manchen Orten Geflüchtete abgedrängt leben und welche Vorbehalte ihnen "pauschal" entgegengebracht werden. Die Vorfälle von Köln haben das noch verschärft. Und es gab auch Berichte aus einzelnen Orten, wo so manches schiefgelaufen ist. Frage: warum wird nicht auf Vorfälle reagiert? Wo bleibt die Jugendarbeit vor Ort, wenn es "auffällige" junge Geflüchtete gibt, die Ärger und Angst machen?

Und wer kümmert sich, wenn es Angriffe auf Geflüchtete gibt? Wir können nicht nur in eine Richtung schauen. Es macht traurig und macht Angst, wie rechtes Gedankengut sich einschleicht oder begründet wird, dass wegen der Flüchtlinge sich rechte Gruppen bilden. Nein, gerade in dem Ort, der im Gespräch genannt wurde, hat bereits eine lange Tradition mit rechten Gruppen. Wir müssen diesen "Legenden" entgegentreten.
Aber es gab auch Fragen dazu, wie sich junge Leute aus Bayern für Geflüchtete vor Ort einsetzen können. 
Fazit des Abends: Ja es hat sich gelohnt, den weiten Weg nach Garmisch zu kommen - die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meinten: "es ist gut aus erster Hand etwas zu erfahren und nicht nur im Fernsehen etwas zu sehen", "ihr seid nett und zivilisiert", "Pauschalurteile sind schlecht", "es war sehr interessant". Wir freuen uns, wenn der ein oder andere Gedanke mitgenommen wird.
Wir danken Frank für die Initiative und den Teilnehmern für den spannenden Abend!

 
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